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Kompass für Jenas Schulen

Datum: 19.12.2025
Rubrik: Politik

Der Schulnetz- und Schulentwicklungsplan für die Schuljahre 2026/27 bis 2030/31 wurde am Mittwoch vom Stadtrat bestätigt. Es zeigt unter anderem die aktuelle Auslastung und den voraussichtlichen zukünftigen Bedarf auf.

Während zum Schuljahr 2026 voraussichtlich etwa 900 Schüler in den ersten Klassen starten, wird die Zahl Prognosen zufolge bis zum Jahr 2030 auf rund 700 Schulanfänger sinken und erst danach wieder leicht ansteigen. Etwa 80 Prozent der Jenaer Schulen seinen laut Johannes Schleußner, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Sport derzeit überfüllt. Ein vorübergehender Rückgang der Schülerzahl bringe eine gewisse Entlastung mit sich und schaffe Raum – beispielsweise für Ganztags- und Differenzierungsangebote, so der Dezernent.

Ein Fokus der Jenaer Schulplanung liegt auf der energetischen Sanierung. Herausforderungen sind unter anderem hohe Temperaturen während des Sommers in Klassenzimmern und der erhöhte Stromverbrauch durch die fortschreitende Digitalisierung.

Kinder mit und ohne Förderbedarf sollen in Jena die Möglichkeit haben, gemeinsam den Unterricht zu besuchen. Gleichzeitig können sich Eltern von Kindern mit einem sonderpädagogischen Gutachten für den Besuch des Förderzentrums entscheiden. Beide Angebote sollen weiterentwickelt werden und nebeneinander bestehen. Der Standort des Förderzentrums am Jenzigweg soll dabei künftig verstärkt für Schüler mit erhöhtem Pflegebedarf und Mobilitätseinschränkungen genutzt werden.

Die Stadt Jena verfügt über eine sehr vielfältige Schullandschaft und möchte Eltern und Kindern die freie Wahl einer für sie geeigneten Einrichtung ermöglichen. Das im Thüringer Schulgesetz geregelte Aufnahmeverfahren zieht hingegen Kriterien wie die Länge des Schulwegs heran. Mit einer Allgemeinverfügung möchte die Stadt Jena ihren Schulen die Möglichkeit geben, bis zu 30 Prozent ihrer Schüler nach eigenen Kriterien auszuwählen – unabhängig vom Stadtteil, in dem die Familie lebt. Im fortgeschriebenen Schulnetz- und Schulentwicklungsplan wird daher das Schulamt gebeten, die neue Vereinbarung zu prüfen und umzusetzen.

Der jetzt verabschiedete Plan wird im nächsten Schritt dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Entscheidung vorgelegt.

Foto: Archiv

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