Die Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) hat durch eine repräsentative bundesweite Bevölkerungsbefragung neue Daten gewonnen, um das Phänomen der Nichtinanspruchnahme von Grundsicherungsleistungen besser zu verstehen. Die Grundsicherung ist eine bedürftigkeitsgeprüfte Sozialleistung und soll Menschen unterstützen, die ihren eigenen finanziellen Bedarf nicht decken können. Die Forschungsergebnisse der Befragung von rund 1.000 Personen zeigen, dass Vorbehalte gegenüber der Inanspruchnahme weit verbreitet sind und viele Menschen bewusst auf ihre Ansprüche verzichten. Schätzungen gehen davon aus, dass dies bis zu 40 Prozent der Arbeitssuchenden und 60 Prozent der Rentner betrifft. Gründe dafür sehen die Bürger in fehlender Information, zu komplizierten Antragsverfahren und vor allem aber in der Sorge, im sozialen Umfeld als arm zu gelten. Mit Hilfe von 20 Tiefeninterviews in Thüringen versuchten die Forschenden die komplexen subjektiven Logiken der Nichtinanspruchnahme zu rekonstruieren. Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach den Zugangsbarrieren für die Menschen bei der Nichtinanspruchnahme nicht im Vordergrund steht. Während die einen ein höheres Selbstwertgefühl aus der Abgrenzung zu vermeintlich unwürdigen Beziehern generieren, erfahren andere gerade durch einen Lebensstil ohne Grundsicherung Anerkennung. Wiederum andere sehen in der Grundsicherung eine Überforderung und permanente Belastung, auf die sie auch aus Angst verzichten. Ein letztes typisches Muster zeigt sich bei denjenigen, die die Grundsicherung nicht als kurzfristige Hilfe in schwierigen Situationen sehen, sondern als Eingeständnis des persönlichen Scheiterns.
Foto: Laura Arndt, EAH Jena
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