Viele Planetensysteme bestehen nicht nur aus einem Zentralstern und den darum kreisenden Planeten, sondern auch aus sogenannten Trümmerscheiben. In diesen Zonen befinden sich Kleinkörper wie Asteroiden – und auch jede Menge Staub, der entsteht, wenn Gesteinsbrocken miteinander kollidieren. Einem internationalen Team aus rund 60 Wissenschaftlern – darunter Astronomen der Friedrich-Schiller-Universität Jena – ist es nun gelungen, 24 dieser Trümmerscheiben in ihren Planetensystemen hochauflösend abzubilden. Für die Aufnahmen nutzte das Projekt das Radio-Observatorium ALMA in der chilenischen Atacamawüste.
Die meisten abgelichteten Planetensysteme sind dabei jünger als 100 Millionen Jahre und befinden sich somit in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung, in dem die Herausbildung von Riesenplaneten gerade abgeschlossen ist, während erdähnliche Planeten möglicherweise noch entstehen.
Besonders fasziniert zeigen sich die Forscher von der unerwarteten Vielfalt der Erscheinungsformen. Die Trümmerscheiben können nicht nur aus einzelnen Ringen bestehen, sondern auch Strukturen aus mehreren Ringen mit ganz unterschiedlichen Abständen zueinander bilden, breite Halos – also ausgedehnte Hüllen – oder größere Klumpen innerhalb der Ringe. Die Daten aus den Trümmerscheiben liefern wertvolle Informationen über die Planeten in ihrer Umgebung – auch wenn die meisten bisher unbekannt sind.
Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Jenaer Astronomen aus der genaueren Betrachtung der einzelnen Systeme. So wiesen sie in einigen von ihnen Gas nach, überwiegend Kohlenstoffmonoxid, das auf den Bildern blau erscheint und viel über seine Umgebung aussagen könnte.
Foto: Sebastian Marino, Sorcha Mac Manamon, and the ARKS collaboration
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