Botaniker der Universität Jena starten gemeinsam mit Partnern aus anderen Universitäten und Disziplinen ein Editionsprojekt zu den Orient-Reisetagebüchern des Thüringer Botanikers Carl Haussknecht. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG mit fast 400 000 Euro fördert. Als Carl Haussknecht (1838-1903) in den Jahren 1865 und 1866 zu zwei Reisen ins Osmanische Reich und nach Persien aufbrach, dauerten diese nicht nur insgesamt rund drei Jahre, er brachte auch mehrere Tausend „Souvenirs" mit. Der Naturforscher fand und sammelte Pflanzen, die einen wesentlichen Teil des Herbariums Haussknecht bilden, das mittlerweile zur Friedrich-Schiller-Universität Jena gehört. Haussknecht legte dadurch nicht nur den Grundstock der heute mit 3,5 Millionen Pflanzenbelegen weltweit berühmten botanischen Sammlung, er leistete damit auch einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Orientbotanik. Der genaue Umfang der Haussknechtschen Sammlung ist allerdings derzeit noch nicht bekannt. Ein Forscherteam um Projektleiter Prof. Dr. Frank H. Hellwig und Kristin Victor wird sich nun der Sammlung intensiver widmen können.
Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
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